FUSION, 2020

    Dano Huwyler – Juxtapose

    Juxtapose und Oppose haben zwar eine ähnliche Bedeutung, jedoch übersetzt sich Oppose zu Gegenüber und Juxtapose zu Nebeneinander. Die Kontraste der Einzelteile der Kleidungsstücke werden durch das direkte Nebeneinander verdeutlicht. Besonders die Unterschiede der Farben, des Stils und der Schnitte werden akzentuiert und doch verschmelzen sie zu einem einzelnen Kleidungsstück. Sie fusionieren.

    Nathan Werlen – Benko

    Ein neues Material, ein Handgriff, eine neue Funktion. Die Betonbänke der Berufsschule wirken nicht wirklich einladend. Mit dem Hinzufügen einer simplen Komponente werden sie zum Blickfang. Die  robuste Dreischichtplatte passt proportional und kann nach Belieben umpositioniert werden.

    Giulia Faccini – ISOLA

    Der Vater erzählt der Tochter die Geschichte Siziliens. Sie schauen aufs Meer. Eine Insel, eine Welt. Eine Fusion zwischen Erinnerung und Realität, zwischen Geschichte und Gegenwart. Mit dem Animationsfilm «Isola» zeige ich mein Sizilien. Meinen Geburtsort. Durch die Kinderaugen der Protagonistin erhält man einen Einblick in die Geschichte Siziliens, deren kulturelle Vielfalt geprägt ist vom Mix der Völker.  

     

     

    Moritz Rubitschung – Fog 2.

    Es ist nicht ganz richtig, dass ich mich mit Nebel auseinandergesetzt habe, denn der Nebel hat mich zersetzt. Lautlos, schwerelos und unfassbar hat er sich mit voller Dichte in meinen Gedanken ausgebreitet. Der Nebel ist mir andauernd durch die Hand, zack verschwunden. Doch schlussendlich habe ich ihn mit aller Kraft eingefangnen und er blieb in der Zeit kleben.

    Marie Louise Portner – MELTING POINT.

    Verschiedene tiefbrennende keramische Massen werden mit objets trouvés verschmolzen. So entsteht Neues. Das Geschirr wird entfremdet, gefüllt, gekocht, zum Schmelzpunkt gebracht und seiner Funktion enthoben. Es fusioniert mit Material zu etwas neuem. Es birgt keinen Tee mehr in sich. Serviert dir keine Milch mehr. Steht jetzt selbständig im Raum und erzählt dir seine Geschichte.

    Nathalie Tschanz – Hangloose

    Bali, im Januar 2019. Ich sitze aufrecht mit geradem Rücken auf meinem Surfboard. Ich beobachte den Ozean. Der Wind wird stärker, der Ozean unruhiger. Zehn Meter vor mir sehe ich, wie sich eine Welle aufbaut. Ich bringe mich in Position und beginne zu paddeln. Lange, tiefe Armzüge und das Adrenalin im Blut treiben mich voran. Ich merke wie mein Surfboard sich langsam anhebt und beginnt nach vorne zu kippen. Ich drücke mich mit meinen Händen ab und springe hoch. Ich stehe, finde die Balance. Ich habe soeben meine erste Green Wave gesurft.

    Audrey Fleur Ljubenovic – Zwischen dir & dem

    Was die Oktopoden schon seit Jahrmillionen beherrschen, müssen wir Menschen künstlich-künstlerisch konstruieren, die Fusion, die Verschmelzung von artfremden Umgebungen, Gegenständen und Lebewesen.  Um eine optische Fusion erreichen zu können, habe ich die farbliche Kombination von Körper, Umgebung und Kleidung gesucht. Die Locations haben sich aufgrund des Lockdowns schliesslich auf meine Wohnung reduziert. Dafür habe ich meine Mitbewohnerin involviert und ihre Gedanken zum Thema Fusion einfliessen lassen. So entstand ein Magazin, das ihre Gedanken mit meinen Bildern fusioniert.

    Kim Maurer – <3

    Es ist passé, das Jetzt, mein Herz. Es ist ehrlich, echt, meine Zukunft. Es ist unverblümt, das Reale, meine Erinnerungen. Es ist emotional, vergessen, mein Glück. Alles das - ist alles was mich ausmacht. Die Menschen, die Momente, die Gedanken, die Worte. Es bin ich, ich vor sechs Jahren, ich heute und ich in 20 Wochen. In diesem Magazin arbeitete ich mein Fotoarchiv der letzten Jahre auf. Las Chatverläufe, alte Kritzeleien und die Bücher meiner Oma durch. Ich gestaltete ein Magazin, das zu einer biografischen Arbeit wurde. Es ist eine Hommage an die Momente, die alltäglich sind. Momente, die vergessen wurden und an die Momente, die für immer bleiben. Es ist eine Hommage an mein Leben. 

    Larissa Lüthi – fractions – unit

    Beton nimmt die Form der Gussform an – inklusive all deren Unebenheiten. Je mehr Struktur die Gussform aufweist, desto interessanter wirkt die Betonfigur. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, den Beton in Styroporverpackungen zu giessen. Aus dem Negativ wird wieder ein Positiv. Die entstandenen Betonkörper sind formal vielfältig und imitieren das nicht vorhandene Material. Die Objekte werden leicht in den darunterliegenden Sockel eingelassen. Jedes Objekt kriegt seinen vorgesehen Platz. Dadurch entsteht eine Plastik, in welcher die Fractions und der farbigen Sockel zu einer Einheit verschmelzen. 

    Regina Graven – Fragmente von Möglichkeiten

    Mit wenigen Worten lässt sich so viel sagen. Worte können alles verändern. Genau so viel ändert sich, wenn sich Menschen zusammenschliessen oder sich isolieren. Mit meinen Textfragmenten erkunde ich verschiedene solcher Situationen, wobei mir auch unsere aktuelle Lage als Inspiration dient. Die Texte projiziere ich an Türen, Wände und Fahrzeuge, um sie vom Papier wegzubekommen und ganz neu zu inszenieren.

    Jeremie Schmid – Tagged

    Meine Grundidee ist es, Analoges mit Digitalem zu fusionieren. Eine umfassende Recherchearbeit zu spezifischen Künstlern gibt mir einen guten Einblick in verschiedene Techniken und Arbeitsmethoden. Ich lege mir ein Archiv an, das aus unterschiedlichsten analogen Versuchen besteht, aus welchem ich schlussendlich das Sprayen oder «taggen» auswähle, um meine grafische Arbeit zu verwirklichen. Inspiriert von urbanen Radiosender «Radio Bollwerk» wähle ich drei Artisten und entwickle individuelle «tags». Über diese analoge Arbeit drucke ich den Plakat-Text, der an einen Stempel erinnert. Meine Arbeit ist einerseits eine Fusion von Analog und Digital und andererseits die Verschmelzung von Graffiti mit Plakatwänden.

    Timo Wiedmer – BEIJ+TUBE

    Ich ergänze Betonskulpturen von Mariann Grunder mit Gipswürfeln. Die Objekte stehen auf dem Gelände meiner ehemaligen Schule in Rubigen. Mit meinem Eingriff fusioniere ich die bestehende Kunst mit meinen Interventionen. Meine schwebenden Gipswürfel sprechen die gleiche Sprache wie die Formen der vorhandenen Skulpturen. Meine Arbeit beschränkt sich aber nicht nur auf meine Installationen, sie ist eine Entdeckungsreise in meine Vergangenheit. Ich besuche die Orte meiner Kindheit und fusioniere sie mit meiner Gegenwart.

     

    https://readymag.com/u3035062280/BeijTube/

    Lia Kohler – I see trough the see-trough

    Meine Fotoserie ist geprägt von der speziellen Zeit in der wir leben. Coronazeit. Sie zeigt eine Auseinandersetzung mit meinem Zuhause. Durch die zusätzlich eingefügte Ebene in Form einer Plastikfolie, wird ein innerer Konflikt sichtbar. Nähe und Distanz. Enge und Freiheit. Innen und Aussen. Die Fotos können als einzelne Bilder betrachtet werden, gewisse Facetten der Arbeit werden jedoch erst als Serie greifbar. Die Bildserie ist sehr persönlich und darf in jeder betrachtenden Person andere Assoziationen auslösen.

    Vera Henninger & Sofie Zellweger – Life in a Nutshell

    Wir fassen Materialien an. Wir spüren Materialien. Jedes Mal lösen sie in uns eine Emotion aus. Wir fühlen uns wohl, wir schaudern oder zucken zurück. Unsere Finger streichen über die raue Oberfläche und erspüren den Untergrund. Unsere Augen streifen das gesamte Objekt und erfassen visuell. Oftmals sind wir so an unsere Materialien gewohnt, dass wir ganz vergessen, wie wichtig sie für uns sind. Sie sind einfach da. Da zum Nutzen. Die Palette welche sich vor uns erstreckt ist gross. Unzählige Varianten um Materialien zu vereinigen. Unzählige Möglichkeiten Kernstoffe zusammenzufügen, und Neues zu entwickeln. Unzählige Möglichkeiten der Fusion.

    Karim Beji – Allerwelt

    Ich befinde mich mit meiner Arbeit im Spannungsfeld zwischen Dokumentation und Inszenierung. Die fotografische Arbeit  mit den Anwohnern des Madretsch Quartiers in Biel zeigt eine Dokumentation, die nicht mehr ganz wahrheitsgetreu ist, aber trotzdem auf wahren Begebenheiten basiert. Das Nachstellen von beobachteten Szenen mit Menschen aus diesem multikulturellen und nationalen Quartier soll zeigen, wie gut es sich zusammenleben lässt, trotz unterschiedlichen Abstammungen, Kulturen und Interessen.

     

    https://readymag.com/u64882511/Karim-Beji-Allerwelt/

     

    Adrianna Mikos – Die Blumen und der Baum

    Textilien, eingeweicht in Beton und in  geschmolzener Seife, gewinnen nach dem Erstarren neue Eigenschaften. Aus dieser Kombination entsteht ein neues Material, welches sich durch Stabilität und Elastizität auszeichnet. Die Textilien fügen sich in beliebige Gegenstände ein und übernehmen deren Form. Die pastellblaue Badewanne und der Betonsessel sind nur Abdrücke der richtigen Gegenstände. Die gewählte Farbkombination symbolisiert die Eigenschaften der Materialien. Einerseits Pastellfarben, welche die Plastizität und die Frische widerspiegeln und andererseits Beton – der für Härte und Stabilität steht. 

    David Albrecht – Das Leben ist schön

    Fusionen begleiten uns unser ganzes Leben, auf allen sozialen, wissenschaftlichen oder kulturellen Ebenen. Wir sind durch eine Fusion unserer Eltern entstanden, leben in einer Gemeinschaft, einem Kanton, in einem Staat. Fusion ist nicht nur das Produkt, welches aus einem Zusammenschluss entsteht, sondern ist das Miteinanderproduzieren und Leben selber. Zusammenschlüsse machen das Leben erst interessant, erweitern den eigenen Horizont und bringen der Welt ständig faszinierende neue Errungenschaften in allen Bereichen. 

    Anika Herrendorf & Gina Probst – Zwieback und Stelzen

    Es ist passiert. Ich habe mich übergeben. Kann man Zwieback, der abgelaufen ist, noch essen? Lass mich nicht im Stich! Gina und Anika stehen im Austausch, nebeneinander, aneinander vorbei. Die vorgelesenen WhatsApp Nachrichten reichen von tiefgründig bis belanglos oberflächlich. Dabei steht die zwischenmenschliche Fusion im Zentrum. Die direkten Blicke und Interaktionen stehen im Kontrast zu den persönlichen Einblicken, die wir ohne Kontext präsentieren.

    Fabienne Mätzener – HUMAN

    Eine alte Industriehalle. Zwei Schaufensterpuppen und eine Frau. Die Frau fängt an zu tanzen. Gefangen im Netz der Vorstellungen nimmt sie den Dialog mit den leblosen Puppen auf. Die Tanzchoreografie wird filmisch festgehalten. Textfragmente unterstützen die Wirkung. Was macht sie als Frau aus? Welche Vorstellungen hat sie von sich und dem Bild, das sie abgibt?  Der äussere Druck lässt Mensch nicht mehr Mensch sein. Unsere eigenen Vorstellungen von uns fusionieren mit den Ansprüchen von Aussen. 

    Annika Witschard – kooky

    An verschiedensten Orten tauchen Wachsobjekte auf. Sie spriessen im Gartenbeet, sie quellen zwischen den Büchern hervor. Surrealistisch. Rätselhaft und ver-rückt. Sie erzählen kleine Geschichten. Sie stellen Fragen. Und beantworten nichts. Meine Fotografien leben von der Fusion vom Alltäglichen mit dem Unbekannten. Was die Betrachtenden hier sehen und dargestellt bekommen, hängt von ihnen ab.   

    Elia Rohrbach – mikromakro

    Es bewegt sich etwas. Es ist ein Funke, der zwischen den Wellen treibt. Nur ab undan blitzt er hervor – wartend, entdeckt zu werden. Eine neue Perspektive reicht, umihn explodieren zu lassen. Er wird zu etwas neuem, grösseren – gar unendlichem. Es weitet sich aus, formt sich neu und erschafft seine eigene Natur. Aus dem Mikroraum wird ein neuer Makrokosmos. Es sprengt seine Dimensionen – aus klein wird gross, aus mikro wird makro.

    Nando Targise – les unis

    Fusion in der Architektur kann vieles bedeuten, verschiedene Materialien in Einklang bringen, alt / neu kombinieren oder auch diverse Baustile anzuwenden. Bei meiner Arbeit kommen gleich zwei verschiedene Arten von Fusion vor. Einerseits die Materialfusion, anderseits die Vermischung von verschiedenen Baustilen. MDF-Platten werden in einem 20 x 20 x 20 cm grossen Gipswürfel eingebunden. Der Gipswürfel stellt dabei die heutige Moderne dar. Als Kontrast dienen die Holzelemente, welche die traditionelle Bauweise vertreten. Die Modelle erscheinen sowohl modern als auch dekonstruktivistisch.

    Fabienne Vögeli – Wir als Verbindung

    Fusion- was verbindet Menschen, was trennt sie? Ich mache mir als Oberthema Gedanken zum Zusammenleben von Menschen. Ich verbinde zwei Menschen mit einem Gipsabdruck und filme, wie sich davon lösen. So wird der Gips symbolisch für Vorurteile, die abgelegt werden müssen, um eine menschliche Verbindung zu schaffen. Die Fotografie lenkt die Aufmerksamkeit auf Details, die Rolle des Gipses scheint eine andere zu sein. Das Modell der Beine spielt mit dieser Diskrepanz. Die Beine aus Gips sind bewegungslos ineinander verworren. Sind sie verbunden? Aus verschiedenen Winkeln betrachtet, werden die Figuren entweder abstrakt oder menschlich. Kleine Falten und Venen sind sichtbar, an anderen Stellen ist die Gussnaht oder der Abdruck von den Gipsbandagen erkennbar. 

    Eliane Oppliger – Multifunction

    Ich verbinde das Thema FUSION mit meinem Beruf als Schreinerin. Das Stichwort für meine Arbeit ist Multifunktionalität. Aus einer vervielfachten Form können verschiedene Möbel zusammengestellt werden, das ist der Grundgedanke meiner Arbeit. Die Grundform jeder Platte ist ein Rechteck mit einem Ausschnitt, der verleiht dem Ganzen Leichtigkeit. Die Module unterscheiden sich nur in den Tiefenmassen. So kann garantiert werden, dass die Elemente stapelbar sind. In der Umsetzung verwende ich Spanplatten Reststücke. Meine Auswahl beschränke ich jedoch auf rohe, grüne und weiss beschichtete Platten. Die Kombination schafft ein natürliches Oberflächenbild. Sie ist lebendig, abwechslungsreich und einzigartig. Die Elemente fügen sich wunderbar in die Umgebung ein, sie eignen sich auch für einen überdachten Aussenbereich. 

    Recha Marti & Monja Hirt – rentrer dans le moule

    Zwei oder mehrere unterschiedliche Objekte oder Materialien gehen ineinander über. Fusion. Wir bringen die Qualitäten eines weichen Materials mit der Härte eines festen Werkstoffes in Verbindung. Beton trifft Metallgitter. Wir legen Plastik in die Zwischenräume der Gitter, füllen Beton ein und lassen ihn aushärten. Es entstehen seltsame Objekte, die an massive Abschrankungen erinnern. Die wurstartigen Betonelemente lassen nur erahnen, wie sie entstanden sind. Sie fusionieren mit der Metallstruktur und heben sich gleichwohl klar von ihr ab.  

    Fabia Indergand – Self Care.

    Zeit sich selber zu finden und Zeit sich wieder zu verlieren. Die Quarantäne zwingt uns dazu, sich mehr mit uns selber auseinanderzusetzen als in normalen Zeiten. Dieses sich Kennenlernen und die auftauchenden Gefühle dazu, sind in meiner Videoarbeit festgehalten. Entstanden ist ein persönliche Innenansicht eines Zustandes, der unsere Gegenwart im Moment sehr prägt.

    Tamara Malms – liquid

    Mein Projekt fusioniert eine natürliche Optik mit einem künstlichen Material. Durch Erhitzen des Plexiglases gelang es mir, eine Oberflächenstruktur zu erzielen, die Wasser oder Eis sehr nah kommt. Das erhitzte und nun leicht verformbares Material formte ich in zu einem Kleid. Es wirkt fragil und delikat, als wäre es aus einem Märchen entsprungen.

    Alain Lanfranconi – Urban Complex

    Für meine Arbeit habe entscheide ich mich, mit unterschiedlichsten Architekturfotos zu arbeiten. Ich stelle mir folgende Frage: „Was entsteht, wenn ich die Bilder miteinander fusionieren?“ Dafür sammle ich aus drei verschiedenen Städten ausgewählte Architekturfotos von architektonisch spannenden Gebäuden. Dabei achte ich darauf, dass jede Sammlung mindestens aus 50 Gebäuden besteht. Jede dieser Sammlungen wird im Photoshop bearbeitet und im InDesign miteinander fusioniert. Daraus entstehen drei schwebende Figuren, die von der urbanen Architektur genährt sind. Die Figuren widerspiegeln eine spezielle Art von verdichtetem Bauen, die vielleicht in ferner Zukunft unser Stadtbild prägen wird. In der komprimierten Architektur sieht man Ähnlichkeiten mit Satelliten oder Raumschiffen. Die Figuren sollen nicht klassisch als Plakate ausgestellt werden. Ich entscheide mich, sie als Titelbild für einen Architekturführer der drei Städte zu konzipieren. Dafür gestalte ich einen Buchumschlag und drei Musterseiten dazu. Das Ganze wird mit einem Plakat ergänzt.

     

    https://readymag.com/u3452328696/urbancomplex/

    Alessia Quattroluni – La voce schwarz auf weiss

    Mich interessiert -auch aufgrund meines italienischen Hintergrundes-  die  Verschmelzung der beiden Sprachen, Italienisch und Deutsch, welche im mündlichen Austausch in der Familie und unter Freunden eine eigene Ausdrucksform geworden ist. Während des Coronavirus-Lockdown habe ich Gefühle und Wünsche in beiden Sprachen auf jede Art und Weise ausgedrückt. Durch die Projektion verbinden sich die Wünsche und Aufrufe mit dem Raum.

    Aaron Schwab – NOBIS

    NOBIS – WIR. Die Fusion, eine Vermischung von zwei Substanzen, kann auch auf Menschen übertragen werden. Ein Mensch und seine Persönlichkeit kann Einfluss auf andere Menschen haben. Durch mein Projekt habe ich die Fusion von zwei Charakteren auf eine direkte Art und Weise gezeigt. Die Verschmelzung zweier Körper.

    Dina Caduff – Mir fäuschä scho Steinä

    Die mit Effektlack überzogenen Steine visualisieren eine Fusion zwischen Natur und Kunst. Sie bilden eine Brücke in der Zeit und geben jahrhundertalten Objekten einen futuristischen Hauch. Spiegel sollten eine weitere Dimension bringen und die einzigartige Oberfläche betonen.

    Chantal Endras – A Bird's Tea Party

    Fusion in der bildenden Kunst und im Film ist ein Allgegenwärtiges Thema. Ich habe mich damit befasst, wie ich diese beiden Kunstformen fusionieren kann. Die Arbeit des Künstlers (Kevin Sloan), für den ich mich entschieden habe, ist geprägt von Neugier und Verwirrung gegenüber der natürlichen und von Menschen geschaffenen Welt. Die oft symbolischen Gemälde sind Teil einer laufenden Untersuchung der Beziehung zwischen dem Wunder der natürlichen Welt und der weltlichen und oft stumpfen Realität der Moderne. Wiederkehrende gepaarte Themen sind Fragilität und Stärke, Staunen und Trauer sowie Verlust und Widerstandsfähigkeit. Seine Bilder stellen an sich bereits eine Fusion dar und mit meinem Abschlussprojekt wollte ich einen weiteren Aspekt der Fusion hineinbringen, indem ich die stillstehenden Bilder sich bewegen und miteinander interagieren lasse. 

    Joelyn Wyss – Gedankenwolke

    Mit meinem Projekt biete ich die Möglichkeit für eine Auszeit. Anlehnen und abschalten. Nicht an einer kalten, schmutzigen Wand anlehnen, sondern an einem schönen Polster. Die Polster ergeben asymmetrischen Formen, passend zum menschlichen Skelett. Sie sind nicht nur bequem, sondern auch ein Blickfang. Sie geben einer langweiligen Wand einen schönen Farbklecks und fusionieren mit ihr.

    Gino Gerber – Pickelporno 2.0

    Finger, Knie und andere Körperteile sind kaum mehr zuzuordnen, sie vermengen sich zu fremdartigen Strukturen und schwellen zu ungewohnten Dimensionen an. Daraus entwickelt sich ein Kaleidoskop aus Körperbildern, die sich über leuchtenden Farben erstrecken. Durch die Verwendung von Ton und Geräuschen wird die visuelle Botschaft unterstützt und emotionalisiert. Mit einer Hommage an Pipilottis Pickelporno gehe ich der Frage nach, auf welche Weise sexuelle Empfindungen sichtbar gemacht werden können.

    Ivana Maura Celi – bizarre Wandlung

    Meine Idee bestand zunächst darin, unterschiedliche Tiere zu kombinieren und sozusagen ein neues Tier zu erschaffen. Da man dies bereits zur Genüge kennt, habe ich mich dafür entschieden, ein Tier und ein lebloses Objekt verschmelzen zu lassen. Im Zwischenprojekt habe ich diese Kreaturen in einem Zeichnungsprogramm auf meinem Laptop kreiert. In einem nächsten Schritt habe ich diese in 3-D mit Ton umgesetzt.

    Tim von Felten – Places

    In Räumen bewegen uns täglich, sie geben uns Schutz und Rückzugsmöglichkeit, sie sind existenziell für uns alle. Doch was passiert, wenn diese Räume nicht mehr verlassen werden können? In den vergangenen Monaten durften wir unsere eigenen vier Wände intensiviert erleben- wir mussten zuhause bleiben. Haben wir uns in unserer Freiheit eingeschränkt gefühlt ? Werden wir die wiedergewonnene Freiheit zu schätzen wissen, oder kehren wir in unseren Alltagstrott zurück, in welchem wir uns nicht freier fühlen als zuvor? Mit meiner Arbeit möchte ich meine eigene Sicht und Gedanken aus dem Lockdown zeigen. 

     

    https://timvonfelten.ch/space/

    Nicolas Sprenger – Zu«wachs»

    Jeder Handwerker kennt den Spruch. Zweimal überlegen und einmal schneiden. Aber es kommt immer wieder vor das man am Falschen Ort etwas Bohrt, zu viel wo anders abschneidet und so weiter. In meinem Alltag ist es üblich das ich mich und andere Dabei beobachte wie sie Ihre Fehler vertuschen wollen. Mein Projekt thematisiert das Gegenteil. Ich habe einmal überlegt und viele Male geschnitten. Und die vielen Fehler mit Wachs «behoben».

     

    Mira Mattia Meier – hang it

    Kaum kauft man sich ein neues Paar Schuhe, passt ausgerechnet dieses nicht mehr ins Schuhregal. Was nun? Die Schuhe mühsam ins volle Regal hineinzwängen oder gleich ein neues anschaffen? In meinem Projekt habe ich ein hängendes Schuhaufhängesystem entwickelt, welches einem ermöglicht, die gekauften Schuhe direkt aufzuhängen und so zu versorgen. Das additive Aufhängesystem ist nachhaltig, einfach in der Produktion und Anwendung  sowie platzsparend, so dass es in einer Schuhschachtel mitgeliefert werden kann.

     

    https://hang-it.webflow.io

    David Siegenthaler – blending

    Die Überblendung unterschiedlicher Ebenen – sowohl im akustischen als auch im visuellen Bereich – bildet das Grundkonzept meines Projektes. Ich habe mit verschiedenen Musik-Genres auf kreative Weise eine akustische Überblendung/ Fusion erzeugen wollen. Auf der visuellen Ebene ist die Kombination zwischen Realität und projizierter Animation zu sehen. Dabei durchmischen sich Farben und Formen der beiden Bildebenen zu einem Gesamtbild, welches zusammen mit dem Sound mein Projekt vervollständigt.

    Chantal Ballmer – inside rhythm

    Den Takt, die Abläufe und Gewohnheiten innerhalb meiner Familie darzustellen sowie Kombinationen aus alltäglichen Ausdrücken und Haltungen zu finden, ist meine Interpretation zum Thema FUSION. Durch kraftvolle Farben im Hintergrund der schwarzweissen Fotos meiner Familie und mir werden Kontraste gesetzt. Aber auch die Mimik, die Gesten und die dazu gesetzten Gedanken werden in den Collagen verbunden. Es entsteht eine vielschichte Fusion in Form eines Magazins.

     

    https://readymag.com/u2131881157/1894981-inside-rhythm/

    Anais Reymond – Irrland

    Collagieren; die augenscheinlichste Wahl für meine Fusion. Die einzige Spielregel dabei? Dass ich das Bildmaterial nur aus gebrauchten Magazinen und Büchern hole. Ein einmaliger Besuch ins Bärner Brocki vor dem Lockdown 2020 und ein verbotener Spaziergang während der Quarantäne durch mein Quartier um das nötige Material zu sammeln und zusammen zu bringen. Das Resultat ein buntes, vielfältiges Etwas, welches darüber und darunter geht und sich zu einem neuen Ganzen setzt. Was für ein Irrland.

    Corinne Gempeler – La mousse

    Mich interessiert beim Thema Fusion der Begriff Verschmelzung. Materialien kombinieren und dabei Neues erschaffen. Inspiriert von organischen Formen wächst mein Projekt zu einer Art Sitzlandschaft heran. Die unregelmässige Struktur der textilen Oberfläche und der weiche Unterbau, der an einen moosigen Waldboden erinnert, soll den Besucher anregen, mit dem Objekt zu interagieren und Platz zu nehmen.

Anfang Februar 2020. Zum gestalterischen Abschlussthema FUSION schreiben wir: „Fusion als Strategie hat wesentlich mit kulturellem Austausch und Migration zu tun. Fusion heisst, über den Tellerrand zu blicken, sich auf Unbekanntes einzulassen, Unterschiedliches zu verbinden und dadurch Neues und Ungewohntes zu kreieren. Manchmal entsteht daraus ein Schmelzprodukt, das seine Bestandteile nicht mehr dekomponieren lässt, manchmal sind die ursprünglichen Ingredienzen noch als Fragmente wahrnehmbar. So oder so bereichern Fusionen unsere ästhetische Kultur...“

Mitte März 2020. Die gestalterischen Interpretationsansätze der BMS Absolvierenden sind vielfältig und vielversprechend, stellen wir  anlässlich der Zwischenpräsentation fest. Alle auf Kurs. Doch dann kommt der Corona Lockdown. FUSION ist plötzlich ganz und gar anachronistisch. Distanz ist das neue Wort. Grenzen und Schulen werden dicht gemacht, Menschen und Gebiete isoliert... ANTIFUSION, wohin man blickt. Laufende oder geplante Kollaborationen werden verunmöglicht, der Zugang zu Arbeitsmaterialien und Infrastrukturen erschwert. Woche für Woche sind wir per Videochat im Austausch mit den Lernenden, bemüht, individuelle Lösungen für die neue Situation zu finden und die individuellen Projekte am Laufen zu halten. Ob es uns gelingt ?

Mitte Juni 2020: Wir erhalten 42 FUSION Projekte. Und  staunen.  Ausnahmslos alle haben ihre Arbeit abgegeben. Selbst wenn diese aufgrund der Covid19 Umstände nicht als Abschlussarbeit bewertet wird. 

ZWIEBACK & STELZEN. Gina Probst und Anika Herrendorf machen ihre während der BM entstandene freundschaftliche Verbundenheit zum Thema. Vor dem Lockdown sind  sie in intensivem Austausch im Atelier, wo sie sich gegenseitig filmen und ihre Chatverläufe aufnehmen. Dann kommt der Cut. Und die beiden sehen sich zwei Monate nicht mehr. Zufall oder Vorausahnung , dass ihr Projekt auf getrennten Bild- und Tonaufnahmen aufbaut ?  Zwei hochformatige Bildschirme zeigen je ein Close Up der beiden Autorinnen. Die gesprochenen, privaten WhatsApp Konversationsfragmente bilden das Amalgam, das die zwei isolierten Portraits verbindet. Die Arbeit bringt  das aktuelle Lebensgefühl auf den Punkt: Apart together. Jeder in seinem Kämmerchen, physisch getrennt. Aber im gemeinsamen Lockdown Schicksal und in geistiger und emotionaler  Verbundenheit zusammengerückt...

ISOLA. So lautet der Titel von Giulia Faccini`s autobiografisch geprägten Animationsfilm über ihre Heimat Sizilien. Geprägt vom Lockdown sehe ich: DA SOLA. Oder ISOLA-ZIONE. Eine Insel als ein alleiniges, isoliertes Eiland, vom Meer umgeben. Die eindrückliche kulturelle Fusion, welche auf der Insel Sizilien dennoch möglich war und ist, zeigt Giulia in ihrer kleinen Geschichte über die grosse Geschichte. Sie lässt Papa erzählen. Persönliche Erinnerungsbilder an Tage am Strand mit Drachenfliegen werden verwoben mit Papas Exkurs über verschiedenste Völker, ihre  kulturellen Hinterlassenschaften und dem friedlichen Zusammenleben der Kulturen. Der Film ist eine Hommage an Sizilien, ein Bekenntnis zu kultureller Vielfalt im Allgemeinen und zu ihrer persönlichen Tochter-Vater- Beziehung im Besonderen.

Wir freuen uns dieses Jahr ganz besonders, einen Einblick in alle entstandenen Arbeiten zu gewähren. Die Lernenden sind trotz den Widrigkeiten an ihren Projekten drangeblieben, haben flexibel auf die veränderten Umstände reagiert und aus eigenem Antrieb ihre Vorhaben zu Ende gebracht. Das ist mindestens soviel wert wie eine absolvierte Abschlussprüfung !

Sibylla Walpen / unterrichtet zusammen mit Marietta Schenk und Thomas Manz das Fach Gestalten an der BM Arte, Berufsmaturitätsschule Bern